Heiße Absage

Immer mal wieder haben meine Nachhilfe-Schüler keine rechte Lust auf Mathe und sagen eine Stunde ab. Als Ausrede Entschuldigung dienen mehr oder weniger originelle „Argumente“. Das hört sich dann ungefähr so an: „können wir heute nachhilfe ausfallen lassen? Weil ich bin voll kaputt“ (Original SMS).

Wenn solche Absagen nicht allzu kurzfristig kommen, ist es mir meistens garnicht so unrecht, statt einer Stunde mit unmotiviertem oder „kaputtem“ Schüler eine Stunde frei zu haben.

Die freie Stunde macht mir noch viel mehr Spaß, wenn sie durch eine außergewöhnlich kreative Absage eingeläutet wird. Ich habe mir auch schon überlegt, dass ich mal eine Hitliste der besten Ausreden aufstellen sollte. Und der vorläufig erste Platz in dieser Liste der Ausreden wird derzeit gehalten von:

(ich zitiere die SMS wörtlich:)

„Sie brauchen heute nicht zu kommen, weil es heute sehr heiß ist.“

Ich bin mir sicher, dass die Mutti von dem Spaßvogel nichts von der SMS gewusst hat… Aber sie kann stolz sein, was für ein kreatives Kerlchen sie als Sohn hat.

Selbständig

Zu der Nachhilfe-Geschichte von gestern, heute noch ein weiter führender Gedanke:

Das Ziel der Erziehung sollte sein,
dem Kinde zu ermöglichen, später ohne Lehrer weiterzukommen.

Elbert Green Hubbard
(19. 6. 1859 – 7. 5. 1915)

Ziel von Nachhilfe-Unterricht muss genau dasselbe sein. Nachhilfe darf normalerweise nicht mehr sein, als eine zeitlich begrenzte Hilfestellung. Nachhilfe sollte nicht zu einer Dauereinrichtung werden, sondern nur Anleitung sein, wie der Schüler selbst weiterkommt.